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Lese-Tipp

Sonja

Hier erfahrt Ihr, wie Mio Mio Mausebär einem kleinen Mädchen hilft, das Angst vor der Behinderung und Hänselei hat.

... Sonja wurde mit sehr seltsamen Händen geboren. Sonjas Hände waren nicht wie die Hände anderer Kinder. Die Finger an Sonjas Händen sind zusammengewachsen. Und sie sehen ein wenig so aus wie die Flossen eines Seehundes. Sonja kann wegen ihrer "andersartigen" Hände nicht zum Ballett wie ihre Schwester Bonita.

Sonja ist behindert. Sie findet das nicht so schlimm, doch sie ist oft traurig, weil sie häufig von anderen Menschen abgewertet, ausgegrenzt und von Kindern gehänselt wird. "Sonja entspricht der Norm", sagen die Leute. Und die Leute sind überall "die Leute", sie sagen überall das Gleiche: dass Sonja nicht normal ist.

Egal wo Sonja auch hinkommt, immer starren die Menschen auf ihre "sonderbahren" Hände. Manche Menschen haben sogar Angst vor Sonja, und wieder andere sind sehr neugierig. Die Eltern von Sonja macht das Verhalten der anderen Menschen und Kinder oft wütend und traurig zugleich. Irgendwann ist Sonja so traurig, dass sie beginnt, ihre Hände zu verstecken. Sie will gar nicht mehr nach draußen gehen.

Ein Wellenmännchen hatte längst mitbekommen, wie Sonja sich veränderte, und informierte Mio Mio Mausebär. Der war mit seinem Freund schon bald darauf bei Sonja. "Alles, was schön und hässlich ist, erweckt bei den Menschen Neugier. Jeder Mensch ist anders. Du auch! Du brauchst dich nicht zu verstecken."

"Aber wie soll ich denn herausfinden, was meine Stärken sind, wenn ich noch nicht einmal meine Hände so nutzen kann wie andere Kinder?", wollte Sonja von Mausebär wissen.

"Ja eben, das ist es doch gerade, was ich meine. Du sollst dich nicht mit anderen vergleichen, denn das verhindert dein eigenes Wachstum und dass du deine Stärken findest und nutzt. Du kannst deine Behinderung zu deiner Begabung machen und damit etwas erreichen, was kein anderer Mensch so gut kann wie du."

"Und was bitte schön, soll das wohl sein?", fragte Sonja. "Na schau mal deine Hände an. Die Leute sagen immer, sie sehen aus wie die Flossen eines Seehundes. Und was, glaubst du, können Seehunde am allerbesten?" Sonja musste laut lachen und rief wie aus der Pistole geschossen: "Schwimmen und tauchen".

"Jawohl!", sagte Mausebär. "Das ist es, was ich meine. Geh zum Schwimmen und Tauchen, und du wirst bald sehen, was du dort mit deinen Händen erreichen kannst." Das ließ sich Sonja nicht zweimal sagen. Bisher hatte sie ich immer geschämt, zum Schwimmen zu gehen. Aber jetzt hatte sie richtig Lust dazu. Wenig später hat sich Sonja sogar in einem Schwimmkurs angemeldet. Sie war s begabt, dass sie nicht nur sehr schnell dass Schwimmen lernte. Oh nein. Sie merkte sehr bald, dass sie mit ihren besonderen Händen dreimal so schnell schwimmen und tauchen konnte wie die übrigen Wasserratten. Die anderen Kinder bewunderten sie dafür sehr.

Sonja war in kurzer Zeit sehr beliebt bei den Kindern und Trainern im Schwimmverein. Je mehr Sonja trainierte, umso schneller schwamm sie. Wettbewerbe gewann sie mit Leichtigkeit. Über ihre Fähigkeiten war Sonja sehr glücklich, und das Gefühl großer Dankbarkeit erfüllte sie. Sie war sogar ein wenig berühmt, denn oft wurde in der Zeitung und im Fernsehen über Sonja, die Schnellschwimmerin, berichtet.

Einige Zeit später traf Mausbär Sonja in einem Schwimmbad wieder und rief ihr zur Begrüßung zu: "Hey Sonja, du hast ja Tränen auf der Stirn." Sonja antwortete Mausbär mit einem Lächeln: "Nein, das sind keine Tränen auf meiner Stirn, sondern Schweißperlen vom vielen Training."

Beide unterhielten sich noch eine Weile. Als Sonja Taschi und Tanto fragte, ob sie mal um die Wette mit ihr schwimmen wollten, lachten sie nur und sagten, dass sie viel zu schnell sei. Dann verabschiedete sich Mausebär und ritt mit Schnittchen und seinen Freunden nach Hause.

Viel, viel später erfuhr Mausebär von einem Wellenmännchen, dass Sonja zu einer berühmten Schwimmerin und Taucherin wurde. Sonja rettete sogar einige Kinder vor dem Ertrinken, weil sie viel schneller zu ihnen kommen konnte als die Erwachsenen mit ihren Rettungsbooten. ...

Eine Geschichte aus: Der kleine Samurai Mio Mio Mausebär

Mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung durch Christian Lüdke und dem Psychotherapeuten Verlag. ISBN 978-3—938909-24-9


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